Wie Menschen Entscheidungen treffen, fasziniert meinen Interviewgast Prof. Gerd Gigerenzer schon seit jeher. Nach jahrzehntelanger Forschung zählt der Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz heute zu den weltweit bekanntesten Entscheidungsforschern. Seine Spezialgebiete sind die Entscheidungsfindung unter Unsicherheit, die Intuition und das Thema Bildung. In unserem Gespräch geht es unter anderem darum, wie bewusst oder unbewusst Menschen Entscheidungen treffen und wie schwer es den meisten Menschen fällt, Risiken einzuschätzen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn von außen herangetragene Schockängste das Abwägen von Risiken verhindern, weil die Menschen in Panik versetzt werden. Diese Instrumentalisierung von Angst war ein Kernelement der Pandemiepolitik. Überraschenderweise wusste Gerd Gigerenzer jedoch nicht, dass die Bundesregierung bereits im Frühjahr 2020 ein internes Strategiepapier entwickelte, in dem es explizit darum ging, eine Schockwirkung in der Bevölkerung zu erzielen. Gigerenzer lehnt diese Form der Manipulation ab.
Seiner Meinung nach sind Ärzte, Journalisten und Richter nicht ausreichend darin geschult, Risiken zu verstehen und die dazugehörigen Zahlen zu interpretieren.
Im Interview spreche ich mit dem Mitglied der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina über Panikmache während der Corona-Jahre, die enorme Bedeutung der Intuition – die Gigerenzer als Erfahrungswissen bezeichnet –, Bildung und das mittlerweile weltweit verbreitete Nudging. Damit ist die staatliche Anwendung von Verhaltensökonomie gemeint, die das Verhalten von Menschen manipulieren will. Laut Gigerenzer sind weder Nudging noch die bewusste Erzeugung von Angst sinnvolle Methoden, um das Verhalten von Menschen zu beeinflussen. Er ist der Meinung, dass Aufklärung und Bildung der Schlüssel dazu sind, dass Menschen auch mit Risiken und Unsicherheiten kompetent umgehen können.
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