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Mediengewalt und Sucht - im Gespräch mit Psychotherapeut Thomas Haudel

Inwiefern beeinflussen Medienkonsum, Gewalterfahrungen in den Medien und die Nutzung des Smartphones die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen?

Youtube // Odysee // Podcast

Kinder und Jugendliche verbringen immer mehr Zeit vor Bildschirmen – und das immer früher. Sie konsumieren dort Medien, sind in sogenannten sozialen Netzwerken unterwegs, deren Algorithmen darauf programmiert sind, sie vor dem Bildschirm zu halten. Sie spielen Spiele oder kommunizieren in Chatgruppen. Ein Teilaspekt dieser Entwicklung ist der frühzeitige Kontakt mit Formen von Gewalt, die in der realen Welt nicht erlebt werden. Angefangen beim sonntäglichen Mord in der ARD bis hin zum aktiven, jedoch virtuellen Ermorden des gegnerischen Teams in millionenfach verkauften Ego-Shootern werden Gewalt und Straftaten für junge Menschen zur Normalität. Die Gaming-Industrie ist ein Milliardengeschäft und lockt Kinder und Jugendliche mit Vorbildern, „Gemeinschaft”, Abenteuer, Aufstiegschancen und einem Raum der elterlich nicht überwachten Selbstbestimmung. Welche Folgen das für ihre Entwicklung und unsere Gesellschaft hat, bespreche ich mit dem psychologischen Psychotherapeuten und ersten Vorsitzenden des eingetragenen Vereins „Mediengewalt – Internationale Forschung und Beratung“, Thomas Haudel.

In dem Interview geht es jedoch nicht nur um die Effekte von gewalttätigen Videospielen, sondern auch um die mit dem Bildschirmkonsum verbundenen Suchtpotenziale und den Umgang mit dem Smartphone. Wann sollten Jugendliche ein Smartphone besitzen und wie können Eltern den Umgang mit dem mobilen Zugangsgerät zum Internet sinnvoll begleiten? Ab wann spricht man von einer Internetsucht und wie viele Kinder und Jugendliche sind in Deutschland davon betroffen? Wo und wie finden sie Hilfsangebote?

In einer Gesellschaft, die sich auf dem Weg zur vollständigen Durchdigitalisierung befindet, wirken die abschließenden Reflexionen des Gesprächs fast schon altertümlich. Kinder brauchen auf ihrer Suche nach Vorbildern und Identifikationsfiguren persönlichen Kontakt zu Menschen statt zu Influencern auf YouTube. Außerdem sind Erlebnisse, die alle Sinne involvieren, nicht durch Filme, Shorts und Gaming ersetzbar. Doch das ist ein Knackpunkt. Für das echte Leben braucht es ein Umfeld, also Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten und Freunde, die sich Zeit für junge Menschen nehmen und sie ins Leben begleiten, statt sie vor dem Bildschirm zu „parken”. In einer sich stetig beschleunigenden Welt ist diese «Beziehungszeit» ein hohes Gut, eine Art Schatz, den Eltern ihren Kindern vor allem in der Kindheit schenken können.


Weitere Gespräche ermöglichen:

  • Produktionskosten: ca. 1700 €

  • Produktion: https://www.screen-talk.de

  • Bastian Barucker, GLS Bank, IBAN: DE02 4306 0967 1115 7847 01, BIC: GENODEM1GLS, Betreff: Schenkung

  • PayPal: info@bastian-barucker.de (Link)

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