Interne Email des Verbands der Krankenkassen GKV spricht offen von «Heldenüberlastungsalarmismus» bei der Corona-Krankenhausbelegung
Krankenhäuser erlebten 2020 „das goldene Jahr der Krankenhausfinanzierung”. Obwohl es 13 % weniger Krankenhausfälle gab, stieg der Erlös um 14 %. Dies steht im klaren Widerspruch zum Pandemienarrativ.
Sicherlich erinnern Sie sich daran, wie während der Hochphase der Corona-Hysterie der angeblich drohende Kollaps des Gesundheitssystems immer wieder als Begründung für grundrechtseinschränkende Maßnahmen herangezogen wurde. Im Evaluationsbericht der Bundesregierung heißt es rückblickend: «Mit dem Ziel, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen und eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden, wurden viele Maßnahmen eingeführt, die teilweise erheblich in den Alltag und die Grundrechte der Bevölkerung eingegriffen haben.» Die Tagesschau hatte etwa am 11. März 2020 geschrieben: «Bundeskanzlerin Angela Merkel hat es in der Coronakrise als zentrale Aufgabe bezeichnet, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Wichtig sei es, Zeit zu gewinnen. Das Vorgehen im Kampf gegen das Virus müsse davon bestimmt sein, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.»1
Triagen und überfüllte Intensivstationen wurden immer wieder als Bedrohungsszenarien kommuniziert, um die von Corona ausgehende Gefahr zu unterstreichen. Gleichzeitig kursierten weltweit und auch in Deutschland Videos, in denen Krankenhauspersonal aufwendig einstudierte Tanzchoreografien vorführte und ins Internet stellte. Die Presse schreibt hinsichtlich dieser weltweiten Kampagne von einem «Symbol für Gemeinschaft und Hoffnung».
Die Politik betonte jedoch immer wieder, dass eine Überlastung des Gesundheitssystems drohte. Im Kontrast zu den damals zahlreichen Berichten über angeblich ungewöhnlich stark beanspruchte Intensivstationen zeigen die nackten Zahlen der bundesweiten Intensivbettenauslastung seit März 2020 jedoch keine besondere Auslastung (dunkler Bereich in der Grafik unten).
Heute belegen verschiedene wissenschaftliche Evaluationen, dass die danach folgenden Eindämmungsmaßnahmen die Verbreitung des Corona-Virus nicht signifikant verlangsamt haben – was wiederum bedeutet, dass die geringen Fallzahlen nicht auf die vermeintliche Wirkung von Kontaktverboten, Schulschließungen, Maskenpflichten und anderen Maßnahmen zurückzuführen ist. 2 So stellte der Stanford-Professor John Ioannidis in einem Interview mit mir fest: «Für kaum eine der Maßnahmen gibt es Belege dafür, dass sie einen Unterschied bei der Verringerung der Fallzahlen gemacht haben.»
Dieser Widerspruch, der nicht zu der Verbreitung eines neuen und außergewöhnlich gefährlichen Atemwegserregers passt, wurde besonders in maßnahmenkritischen Kreisen frühzeitig diskutiert. Immer wieder wurde darauf verwiesen, dass die Anzahl belegter Betten auf den Intensivstationen konstant und normal war. Jedoch schaffte es diese eigentlich frohe und beruhigende Kunde nicht in den Mainstream.
Interne Kommunikation im Verband der Krankenkassen spricht Klartext
In einer mir kürzlich zugespielten vertraulichen E-Mail vom Frühjahr 2021 spricht Dr. Wulf-Dietrich Leber, ein hochrangiger Mitarbeiter im Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), nicht unzutreffend von einem «Heldenüberlastungsalarmismus» hinsichtlich der damaligen Situation des Krankenhauspersonals. Leber ist Gesundheitsökonom und hat viele Jahre in führenden Positionen bei der AOK gearbeitet, bevor er von 2008 bis Februar 2025 als Leiter der Abteilung Krankenhäuser beim GKV-Spitzenverband in Berlin wirkte.
Dr. Lebers besagte Mail vom 28. April 2021 war an die Mitglieder eines Fachausschusses gerichtet, den er am Tag zuvor über die «aktuelle Pandemiesituation im Krankenhausbereich» informiert hatte. Das Schreiben ist offensichtlich vor allem dafür gedacht, der Gruppe von Kollegen, die an der Präsentation mitgewirkt hatten, zu danken – es enthält jedoch auch einige weniger harmlose Passagen.
So heißt es in der Mail, dass zwei der Folien von Dr. Lebers Präsentation «zu starker Nachdenklichkeit und einigen Nachfragen geführt» hätten. Dabei handelt es sich um folgende Grafiken, die Wulf-Dietrich Leber später auch in anderen Publikationen nutzen würde. Die erste Grafik zeigt eindrücklich, dass im Jahr 2020, also während des Auftretens einer neuen, gefährlichen Atemwegserkrankung, insgesamt 13 Prozent weniger Krankenhausfälle im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet wurden. Trotzdem erhielten die Krankenhäuser damals vom Bund Ausgleichszahlungen in Höhe von mehr als 10 Milliarden Euro. Außerdem wird auf ein Alarmsignal aufmerksam gemacht: Der GKV machte im Jahr 2020 ein Minus von 6,2 Milliarden Euro.
Die zweite Grafik zeigt, dass im Jahr der ohnehin historisch niedrigen Fallzahlen nur zwei Prozent der Bettenbelegung (bzw. vier Prozent der Intensivbettenbelegung) auf Corona-positiv getestete Patienten entfielen. Es handelt sich hierbei also um einen fast zu vernachlässigenden Bruchteil, der in scharfem Kontrast zu dem von Politik und Leitmedien gezeichneten Bedrohungsszenario steht.
In seiner nun öffentlichen Mail kommentiert Dr. Leber diese aussagekräftigen Zahlen so: »Dass im Jahresschnitt 2020 lediglich 2% der Betten mit Covid-Patienten belegt waren, kontrastiert doch ziemlich mit dem öffentlichen Heldenüberlastungsalarmismus. Da werden wir kommunikativ noch nachlegen müssen.» Meint Dr. Leber damit, dass die historisch niedrige Auslastung der Krankenhäuser, die dem Pandemienarrativ widerspricht, stärker kommuniziert werden sollte? War es sein Ansinnen, die Bevölkerung zu beruhigen?
Der durch staatliche Zuschüsse angestrebte Aufbau von Intensivbetten folgte dann im Zeitraum 2020-2024. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass eine Folie von Lebers Präsentation eine Differenz von 2400 Betten zwischen der geförderten Menge und den Zahlen des DIVI-Registers zeigt. Der Grund für diese Differenz ist ungeklärt. Wurden diese Betten etwa vom Bund gefördert, aber tatsächlich nie eingerichtet? Eine diesbezügliche Evaluation hat anscheinend nie stattgefunden.
Die niedrigen Fallzahlen hatten logischerweise zu deutlich geringeren Einnahmen der Kliniken geführt. In einer weiteren Folie zeigte Dr. Leber, wie die wegen der historisch niedrigen Auslastung fehlenden Erlöse im Jahr 2020 durch Bundesmittel und Zahlungen der GKV ausgeglichen wurden.

Die Vergütung freier Betten, die die Krankenhäuser für den vermeintlich drohenden Ansturm von Patienten wappnen sollte, wurde «Freihaltepauschale» genannt. Während der ersten Corona-Welle profitierten 1800 und in der zweiten Welle immer noch mehr als 1000 Krankenhäuser von dieser Zahlung. Insgesamt erhielten die Länder im Jahr 2020 dadurch 10,26 Milliarden Euro aus Bundesmitteln.
Der Bundesrechnungshof thematisierte die Sinnhaftigkeit der Pauschale in einem Bericht zum Corona-Geschehen wie folgt: «Anstatt freie Kapazitäten zu schaffen, dienten [die Pauschale] überwiegend dazu, (unterstellte) wirtschaftliche Einbußen der Krankenhäuser auszugleichen.»3 Der Bundesrechungshof ermittelte auch die Kosten der Freihaltepauschale bis Oktober 2024 und kam auf einen Wert von 18,4 Milliarden Euro.

«Das goldene Jahr der Krankenhausfinanzierung»
In einem Artikel im Fachmagazin «Health&Care Management» vom Mai 2021, in dem Johannes Wolff, Referatsleiter Krankenhausvergütung beim GKV-Spitzenverband, zu Wort kommt, werden die Ausführungen von Wulf-Dietrich Leber bestätigt: Im Vergleich zu 2019 hatten die Kliniken trotz eines Fallzahlrückgangs von 13 Prozent ein Erlösplus von 14 Prozent erwirtschaftet. «Unter diesem Aspekt kann das Jahr 2020 als goldenes Jahr der Krankenhausfinanzierung gelten», resümiert Wolff. Gegenüber 2019 bedeute dies zusätzliche zwölf Milliarden Euro für die Kliniken. «Und dies bei einer Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten von im Jahresdurchschnitt 4 Prozent.» 4
Wie diese Quellen zeigen, war es also keineswegs ein Geheimnis, dass die offiziellen Zahlen für das Jahr 2020 ein historisches Fallzahlentief in deutschen Krankenhäusern aufzeigen. Wie Dr. Leber bemerkte, passte dieser Umstand nur eben ganz und gar nicht zum vermeintlich angebrachten «Krieg» gegen einen Virus, der unser Gesundheitssystem dem Kollaps nahebringt.
Im November 2021 hielt Wulf-Dietrich Leber einen Vortrag beim 44. Krankenhaustag und informierte dabei auch über die nur sehr geringe Belastung der Krankenhäuser durch positiv getestete Patienten sowie über die enormen Summen, die für die Corona-Sonderregelungen ausgegeben wurden.5
In einer weiteren Publikation beschreibt Leber den Widerspruch ziemlich deutlich: «Das medial pauschal vermittelte Überforderungsszenario der Krankenhäuser kontrastiert deutlich mit der faktischen Absenkung des stationären Versorgungsniveaus. Die Auswertung der Daten für 2020 durch Reinhard Busse und Boris Augurzky für den Corona-Expertenbeirat (RWI 2021) zeigt, dass lediglich 2 % der Krankenhausbetten durch Covid-19-Fälle belegt waren, auf Intensivstationen 4 %. Die Auslastung der Betten zeigt insgesamt einen erheblichen Leerstand. Insgesamt war 2020 eher ein Jahr der Unterauslastung – keines der Überlastung.»
Dr. Lebers Fazit: «Sagen wir es ganz deutlich: Die Zahlen bestätigen das von den Medien transportierte Überlastungsszenario nicht. Für die Mehrzahl der Krankenhäuser war es ein ruhiges Jahr, auch wenn natürlich die Mitarbeiter genauso genervt von der Pandemie [gewesen] sein dürften wie der Rest der Bevölkerung.»6
Verstieß die Krankenhausfinanzierung gegen das Grundgesetz?
In dem bereits erwähnten Bericht des Bundesrechnungshofes wird die Finanzierungsstruktur der Krankenhäuser erläutert: «Die Finanzierung von Krankenhäusern in Deutschland folgt dem Prinzip der dualen Finanzierung. Danach müssen die Länder die Investitionskosten tragen, z. B. für bauliche Maßnahmen und die Anschaffung neuer Geräte. Die Betriebskosten, also die laufenden Kosten für die Behandlung von Patientinnen und Patienten, werden von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Darüber hinaus sind die Länder für die Sicherstellung einer flächendeckenden stationären Versorgung verantwortlich. Das bedeutet, dass sie bei drohenden Versorgungslücken, etwa durch Krankenhausschließungen oder -insolvenzen, Gegenmaßnahmen wie die Planung neuer Kapazitäten oder die Förderung bestimmter Standorte ergreifen müssen.»
Hinsichtlich der Finanzierung stellt Dr. Leber im Krankenhausreport 2022 fest: «Glaubt man der Zuständigkeit gemäß Grundgesetz, dann hätten eigentlich die für Epidemien und Katastrophenschutz zuständigen Länder die finanziellen Lasten der Coronapandemie schultern müssen. Es kam anders: Der Bund hat sich in allen Bereichen mit milliardenschweren Hilfsprogrammen engagiert und die Hauptlast der Pandemie getragen. Wie im 7 Abschn. 8.3 dargestellt, betrug das finanzielle Engagement des Bundes allein für die Freihaltepauschalen und den Aufbau von Intensivbetten in den Jahren 2020 und 2021 insgesamt 15,23 Mrd. Euro – ein Vielfaches der Länderinvestitionen.»
Auch für das Jahr 2021 zeigen die Statistiken erneut äußerst niedrige Fallzahlen. Beim 45. Krankenhaustag, der Ende 2021 stattfindet, wird entsprechend weiterhin nicht über durch Corona-Patienten überlastete Einrichtungen berichtet. Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), beschrieb die Lage damals so: «Tagtäglich spüren die Krankenhäuser weiterhin teils massive Auswirkungen. Die Kliniken leiden vor allem unter starken Personalausfällen durch Isolation und Quarantäne.»7
Fazit
Bereits nach dem ersten Pandemiejahr wussten zuständige Stellen von den historisch niedrigen Fallzahlen in deutschen Krankenhäusern. Trotzdem wurden Freihaltepauschalen in Milliardenhöhe noch jahrelang weitergezahlt. Die Krankenhäuser erwirtschafteten dadurch ein erheblichen Erlösplus. Die Kosten dafür trugen die Steuerzahler und Krankenversicherten.
Dieser Umgang mit Steuergeldern im Coronageschehen ist freilich kein Einzelfall. Auch die medizinisch nicht begründete Beschaffung von Masken durch den damaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kostete den Steuerzahler mindestens 10 Milliarden Euro.8
Dies geschah entgegen der Empfehlung des Corona-Krisenstabs des Robert-Koch-Instituts, der Masken für Laien nie vorsah. Trotzdem gab es Maskenpflichten. Und auch die medizinisch unsinnige frühzeitige Beatmung von Corona-Patienten kostete nicht nur Tausende Menschenleben sondern nebenbei auch eine Menge Geld.
All dies verdeutlicht, dass es viele Gründe gibt, die Pandemiepolitik sorgfältig aufzuarbeiten.
https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-deutschland-177.html
https://www.berliner-zeitung.de/open-source/neue-studie-staatliche-massnahmen-haben-corona-belastung-wenig-bis-gar-nicht-veraendert-li.2236389
https://www.bundesrechnungshof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2025/corona-versorgungsaufschlag-volltext.pdf?__blob=publicationFile&v=2
https://www.hcm-magazin.de/wirtschaften/2021/das-goldene-jahr-der-krankenhausfinanzierung.html
https://www.wulf-dietrich-leber.de/_files/ugd/5e48c7_bf300ab2644443a0a6b299ae8a9fa723.pdf
https://bastian-barucker.de/wp-content/uploads/2026/01/Transformation-Leader_2021_2_Leber_Das-goldene-Jahr-der-Krankenhausfinanzierung.pdf
https://www.dkgev.de/dkg/presse/details/krankenhaeuser-in-der-krise-trotz-milliardenhilfe/
https://www.cicero.de/innenpolitik/illegale-maskenbeschaffung-steuergeldvernichtung









Schon Benjamin Franklin meinte: "Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren."
In der C-Sache-Geschichte steckt(e) soviel Lug, Betrug und menschlicher Abgrund, wie der aufmerksame Geist (sehr) früh in 2020 sehen konnte, dass es nahezu unmöglich ist (war), dies nicht zu erkennen.
Leuten, die sich früh und aus unterschiedlichen Quellen informierten sind diese Fakten natürlich bekannt. Dennoch ist es verdienstvoll, die abgrundtiefe Verachtung gegenüber den Bürgern, die sich mit diesen völlig haltlosen Lügen manifestiert, nochmals aufzuzeigen.
Zitat:
" Der Bund hat sich in allen Bereichen mit milliardenschweren Hilfsprogrammen engagiert und die Hauptlast der Pandemie getragen."
Sicherlich ein Teil des Bestechungspakets, mit denen man die jeweiligen Landes-Chefs gefügig machte, bei der "Ministerpräsidentenkonferenz"* brav mitzumachen.
* so regelwidrig wie fast alle anderen Ideen von Merkel, Spahn und Co.