Sehr geehrter Herr Hans-Joachim Maaz,
vor etwa vier Jahren haben wir uns über die psychologischen Hintergründe der Pandemiepolitik unterhalten. Das Interview trug damals den Titel »Wie konnte es so weit kommen?». Heute ist durch die geleakten Protokolle des Corona-Krisenstabs des Robert-Koch-Instituts insbesondere klar, dass selbst die zuständige staatliche Behörde einen Großteil der Corona-Maßnahmen nicht empfahl. Bei meinen Vorträgen zu diesen Erkenntnissen treffe ich immer wieder Menschen, die fast schon verzweifelt darauf warten, dass es endlich juristische Konsequenzen für all die Grundrechtseinschränkungen gibt. Sie wollen Gerechtigkeit. Gleichzeitig verharren sie auch ein Stück weit in einer Art Erwartungshaltung, um das Thema endlich ad acta legen zu können. Genau darüber möchte ich mit ihnen sprechen.
Bevor wir das aus Ihrer Expertise heraus analysieren, erlaube ich mir eine persönliche Frage: Haben Sie das Corona-Geschehen hinter sich gelassen und verdaut? Und wenn nicht, was beschäftigt Sie noch?
Maaz: Nein, den «Corona-Wahnsinn» kann ich nicht einfach hinter mir lassen. Aber «verdaut» habe ich es im Sinne bitterster Erkenntnis. Ich bin erschrocken darüber, dass sich eine Gesellschaft, die sich als «demokratisch» versteht, praktisch von einem Tag zum anderen in diktatorische Verhältnisse verwandeln lässt. Seitdem arbeite ich daran, den Unterschied zwischen einer verordneten Demokratie (nach 1945 und nach 1989/90) und einer echten Demokratie psychodynamisch zu begründen. Eine politisch verordnete Demokratie kann schließlich auch nur ein «Demokratiespiel» sein, wenn keine innerseelische Demokratie in den Menschen entwickelt wird. Den bitteren Beweis für dieses Versäumnis hat Corona geliefert. Ich sehe es wie eine konzertierte Aktion, ein absolutes Herrschaftssystem erproben zu wollen. Die Verantwortlichen an der Macht wussten, was sie taten. Die Chefs in den Medien, der Wissenschaft und Kultur, die abhängig von den Machtverhältnissen tun, was für ihre Position und Karriere erforderlich ist.
Und schließlich die Masse der Menschen, die sich aus materieller und psychischer Abhängigkeit ängstigen und einschüchtern lassen. Die Zweifler, Verweigerer und Kritiker hatten im Wesentlichen zwar recht, eigneten sich für die Mächtigen und die begeisterten oder gequälten Folgsamen aber als Opfer (die «Omegas» in gruppendynamischer Sprache), um das Wissen oder die Ahnung des Unrechts an einem Feindbild abreagieren zu können.
Das Demokratiespiel löste sich praktisch über Nacht in eine gespaltene Gesellschaft auf: in Diktatoren und ihre Handlanger in Medien, Wissenschaft und Kultur, die sich auch als Verfolger und Denunzianten entehrt haben, sowie in die Mehrheit der Unterworfenen und die Minderheit der Widerständigen.
Der Zerfall in diese psychosozialen Rollen belegt eine nicht in den Menschen gegründete innerseelische Demokratie. Und diese bedrohliche Realität wird bis heute nicht wirklich zur Kenntnis genommen, geschweige denn hilfreich verändert. Somit besteht weiterhin die Gefahr totalitärer Machtinteressen und deren Wiederholung mit anderen Inhalten. Dafür bieten sich jetzt schon Klimaveränderungen oder Russland als Feindbild an. Wie wir das Corona-Geschehen umfassend verstehen und wirklich öffentlich verarbeiten, entscheidet über die Zukunft unserer Gesellschaft! Diese Verarbeitung ist psychodynamisch und juristisch-strafrechtlich notwendig.
Barucker: Wie können Betroffene einen gesunden Umgang mit den massiven Einschränkungen, Ausgrenzungen und Diffamierungen der Corona-Jahre finden?
Maaz: Leider gibt es keine öffentliche Diskussion über das Corona-Geschehen. Ich sehe viele Menschen, die am liebsten alles verdrängen, nichts wissen, nichts hören, nicht nachdenken und schon gar nicht eigene Fehleinschätzungen erkennen und korrigieren wollen. Eine solche Abwehr schmerzlicher Erkenntnisse wird ja auch politisch-medial gewollt und unterstützt. Ich verstehe das als eine kollektive, massive Schuldabwehr. Das ist jedoch für die gesellschaftliche Entwicklung demokratiezerstörend.
Für die persönliche Verarbeitung von erfahrener und erlittener Verführung, Manipulation, Bedrängnis, Bedrohung und Zwang sowie von Fehlentscheidungen, Irrtümern oder gar aktiver Beteiligung an Hetze und Verfolgung von Kritikern und Ungeimpften kann ich nur einen Erkenntnisprozess empfehlen. Dieser eröffnet Chancen für die eigene Gesundung, Entlastung des Gewissens und persönliche Würde.
Ein solcher Erkenntnisprozess beinhaltet eine möglichst breite Information, insbesondere zu den sogenannten «Verschwörungstheorien», von denen sich fast alle als berechtigt und wahr erwiesen haben. Zentral ist auch eine beziehungskulturelle Kommunikation mit Menschen, zu denen man ganz offen und frei sprechen kann, die zuhören und verstehen wollen und auf keinen Fall bewerten. Es geht darum, die eigene Wahrheit zu finden, hindurch durch den Dschungel von Lügen, Propaganda, Bedrohung und Abhängigkeit. Dabei ist es sehr wichtig, dass die eigenen Gefühle zum Ausdruck gebracht werden können: Empörung und Wut, seelischer Schmerz über Kränkung und Verletzung sowie Trauer über Verluste in Bezug auf Beziehungen, Lebensqualität, Anerkennung und Existenzen.
Ich habe Menschen zu solchen Gesprächen ermutigt und sie dabei begleitet. Meine Erfahrung ist, dass das ehrliche Aussprechen und das dabei Empfangen – also das wertfreie Verstehen – eine entscheidende Entlastung bedeutet, unabhängig davon, ob die große Schuld der Täter gesühnt ist oder nicht. Es geht darum, das eigene Leben – so gut es geht – von den Dingen, die nicht in unserer Macht stehen, zu befreien. Das verstehe ich nicht als Psychologisierung politischen Unrechts, sondern als psychosoziale Reife, die zu persönlicher Entlastung und politischer Klarheit führt.
Barucker: Wie viel Sinn macht es, die Bewältigung dieser Zeit davon abhängig zu machen, ob die vermeintlichen Täter zur Verantwortung gezogen werden? Entsteht so nicht eine ungute Bindung der Geschädigten an die Schädiger?
Maaz: Für das Vertrauen in Macht, für die Entwicklung der Gesellschaft und die Stabilisierung der Demokratie ist es nahezu zwingend, dass Verantwortung benannt und Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Für das persönliche Leben ist es jedoch nicht sinnvoll, die eigene Gesundheit, psychische Reife und Würde davon abhängig zu machen. Wir Menschen sind zwar immer abhängig von Herrschaftsstrukturen, aber für die Qualität des ganz persönlichen Lebens ist letztlich jeder selbst verantwortlich. Meistens entsteht eine Spaltung zwischen denen, die sich den Tätern anschließen, und denen, die sich nur als Opfer erleben. Für beide Möglichkeiten lassen sich bedauerliche psychodynamische Gründe aus der Entwicklungspsychologie und der sozialen Situation ableiten.
Die Chance und Verantwortung besteht jedoch darin, einen ehrlichen und gesunden Mittelweg zwischen den Extremen zu finden. Dazu gehört auch, sich die Frage zu stellen, wann man selbst Täter und wann man selbst Opfer ist. Das heißt, jeder steht in der Verantwortung, die eigene Haltung und Entscheidung so ehrlich wie möglich zu verstehen und so unabhängig wie möglich zu handeln. Abhängigkeiten und Fehlentscheidungen gehören zu unserem Leben – entscheidend ist, wie man damit umgeht! Entweder: «Du bist schuld!» oder «Ich bin auch das Problem!» Oder: «Die Verhältnisse müssen sich ändern!» Oder: «Ich kann mich verändern!»
Barucker: Es gibt auch Menschen, die psychisch an dem Drang nach Gerechtigkeit kaputtgehen. Was könnte sich da in der Psyche abspielen?
Maaz: Wir sind alle immer auch prägend beeinflusst von der Qualität der erfahrenen Frühbetreuung in den ersten Lebensjahren. Wie wir erzogen werden – autoritär, manipulativ oder durch welche Beziehungsqualitäten zwischen Eltern und Kind – prägt unseren Charakter und beeinflusst, wie wir später bevorzugt denken, fühlen und handeln.
In dieser Frühbetreuung geschieht viel Ungerechtes, Kränkendes, Verletzendes und Einengendes. All das ist im weiteren Leben mehr oder weniger verborgen, vergessen, verleugnet oder unterdrückt, existiert aber unbewältigt weiter. Wer dann im späteren Leben Ungerechtigkeiten erleidet, wird zugleich unwissend an seine Frühtraumatisierung erinnert. Dadurch wird eine aktuelle, reale Ungerechtigkeit als besonders übermächtig und unerträglich erlebt.
Das gegenwärtige Unrecht wird durch das bereits erlebte frühe Unrecht potenziert. Dies ließe sich verbessern, wenn man sich erinnert und versteht, welche Ungerechtigkeiten man in sich trägt.
Barucker: Gleichzeitig ist es doch verständlich, dass Menschen, die Unrecht erlebt haben, dieses auch anerkannt haben wollen. Wie gelingt eine gute Balance zwischen ungesunder Anhaftung und gesundem Gerechtigkeitsstreben?
Maaz: Eine wünschenswerte Balance gelingt, wenn der persönliche Anteil an erlebtem Unrecht aus der Vergangenheit erinnert und erkannt wird und in schützender Kommunikation emotional verarbeitet werden kann. Wenn man sich also mitteilen und mit einem angemessenen Gefühlsausdruck energetisch entlasten kann, dann kann das aktuell erlebte Unrecht auch getrennt vom inneren Spannungsfeld gesehen und verstanden werden. Dann kann es auch realitätsgerecht kritisiert und gegebenenfalls eine angemessene Strafe gefordert werden.
Barucker: Ist es nicht an der Zeit, das Geschehen einfach loszulassen und anzuerkennen, dass die Mehrheit der Gesellschaft mitgemacht hat und deshalb auch keine Aufarbeitung möchte?
Maaz: Einfach nur loslassen, also vergessen wollen, mit der politisch am häufigsten gebrauchten Formel der Abwehr gegen unliebsame Wahrheiten – «Wir müssen jetzt nach vorne schauen» – hilft niemandem. Das verfestigt und verstärkt vielmehr die Gefahr einer fortgesetzten gesellschaftlichen Fehlentwicklung.
Eine gute Zukunft kann es nur geben, wenn die Fehler der Vergangenheit und die Leugnungen der Gegenwart angenommen und kritisch korrigiert werden – einschließlich persönlicher Schuld und mit erkennbar echtem Bedauern. Ohne Aufarbeitung droht jederzeit eine Neuauflage totalitärer Maßnahmen im Interesse normopathischer Herrschaft – besonders, wenn diese immer unsicherer wird und keinen Ausweg mehr sieht.
Gerade die Schuld einer Mehrheit ist ein dringender Appell an eine wirkliche Aufarbeitung – das heißt eine Herausforderung für das Verständnis und die Überwindung der psychosozialen Selbstentfremdung des Einzelnen. Eine solche Aufarbeitung hat es weder nach dem Nationalsozialismus noch nach dem real existierenden DDR-Sozialismus gegeben. Das erklärt auch den jetzt rasant verlaufenden Demokratieabbau als Symptom der gesellschaftlichen Fehlentwicklung, weil es kein wirkliches Verständnis der Schuld einer Mehrheit gab. In Ostdeutschland ist die Ernüchterung gegenüber falschen oder nur gespielten Demokratieverhältnissen allerdings viel stärker, weshalb im Osten auch der Protest gegen die aktuelle politische Situation wächst.
Barucker: Welche psychoemotionalen Dynamiken spielen bei den Verantwortlichen der Pandemiepolitik und den «Mitläufern» eine Rolle? Schützt man sich gegenseitig aus purem Eigeninteresse? Wähnt man sich aufgrund der Macht- und Mehrheitsverhältnisse in der stärkeren Position, beispielsweise in der Enquetekommission des Bundestages?
Maaz: Das ist sicher so, dass sich die politische Führung aufgrund der Macht- und Mehrheitsverhältnisse in einer überlegenen Position fühlt. Das Beispiel der Leihmutterschaft von Herrn Spahn ist ein gutes Beispiel für diese Überheblichkeit. Dabei spielen aber auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die meisten großen Printmedien eine beschämende Rolle, die den freien Journalismus entehrt, indem sie spalterisch berichten, Machtinteressen relativ unkritisch unterstützen und Opposition umso mehr angreifen und abwerten.
Aus psychodynamischer Sicht gibt es immer ein kollusives Zusammenspiel zwischen Herrschaft und Unterwerfung. In der gegenwärtigen narzisstischen Gesellschaft ist das Zusammenspiel von Größenselbst-Narzissten in der Führung und Größenklein-Narzissten in der Gefolgschaft besonders ausgeprägt. Das besondere Problem bei narzisstischen Persönlichkeitsentwicklungen ist die weitgehende Unfähigkeit, eigenes Fehlverhalten einzusehen und das eigene Verhalten zu korrigieren.
Narzisstische Selbstüberschätzung oder Selbstgeringschätzung sind Persönlichkeitszüge, die der Kompensation von in der Kindheit erlittener Abwertung, Kränkung und Lieblosigkeit dienen. Als Ersatz werden dann einerseits eine falsche Großartigkeit und andererseits eine übertriebene Minderwertigkeit entwickelt. So bilden dann Führer und Abhängige eine seelenverletzte «Verschwörung». Behauptete Autorität und betonte Abhängigkeit sind Symptome von Persönlichkeitsstörungen, die sich wechselseitig stabilisieren.
Barucker: Welche Rolle spielt dabei das Gefühl der Ohnmacht?
Maaz: Im gesellschaftlichen Leben wächst eine politische Ohnmacht, wenn der freie demokratische Disput und damit die Meinungsfreiheit eingeschränkt werden und kritische Stimmen ausgegrenzt werden. Wenn echter und investigativer Journalismus verloren geht und politische Opposition nur noch diffamiert wird, sodass der Wählerwille praktisch nicht mehr realisiert wird, ist das ein weiteres Symptom. Eine solche Ohnmacht ist ein Symptom zerstörter Demokratie.
Das führt zu einem sehr ernsten Problem: Die real erlebte politische Ohnmacht triggert in vielen Menschen schon längst vorhandene Ohnmachtserfahrungen aus der eigenen Lebensgeschichte, die ehemals durch autoritäre oder manipulative Erziehung erzeugt wurden. Das fördert Erkrankungen, erzeugt Resignation und löst Depressionen aus. Andererseits können sich die Erfahrungen auch zu einem Pulverfass des Protestes (Gefühlsstau!) aufladen.
Barucker: Viele Menschen erleben sich als dem Geschehen hilflos ausgesetzt. Wie kann man damit umgehen?
Maaz: Es gibt viele Formen des öffentlichen Protests, die man nutzen kann, solange es noch möglich ist und man die möglichen Konsequenzen aushalten kann. Aber viel wichtiger ist, vor allem bei wachsender politischer, ideologischer und moralisierender Einschränkung, die ganz persönliche Kommunikation mit Menschen, mit denen man offen reden kann, die zuhören und verstehen wollen.
Aus meiner psychotherapeutischen Erfahrung weiß ich, dass angstbefreite, ehrliche Selbstmitteilungen und ein bestätigendes Empfangenwerden von höchster therapeutischer Qualität sind. Auch wenn Kontrolle, Überwachung und Denunziation zunehmen, bleibt immer eine Chance für ein Refugium von Beziehungskultur.
Barucker: Aktuell geht es in Deutschland immer mehr um Aufrüstung, Kriegstüchtigkeit und Militarisierung. Auf den Straßen sind kaum noch Friedensmärsche zu sehen. Fühlen sich die Leute diesbezüglich auch hilflos dem Regierungshandeln ausgeliefert? Oder ist den Menschen Frieden nicht mehr viel wert?
Maaz: Die deutsche Gesellschaft steckt in einer tiefen Krise. Es gibt schwerwiegendes politisches Versagen, indem Realitäten geleugnet und Ideologien dominieren, vor allem in der EU-Politik sowie in der Migrations-, Klima- und Energiepolitik.
Wenn die Politik Wahrheiten leugnet und an den Realitäten vorbeiregiert, muss man hintergründige Machtinteressen und eine psychodynamisch begründete Verstörung einer großen Zahl führender Persönlichkeiten sowie gehorsamer, abhängiger Menschen annehmen. Die Zerstörung der Gesellschaft ist umfassend. Sie betrifft die Wirtschaft, die Kultur, die Sprache, die Identitäten, das soziale Miteinander und insgesamt die Demokratie.
Ich höre und lese von globalistischen Herrschaftsinteressen für eine neue Weltordnung. Angesichts der unvorstellbaren Schulden des westlichen Finanzkapitalismus, des moralischen Verfalls, der riesigen sozialen Probleme und der wachsenden Kriegsbereitschaft deutet sich das Ende der bisherigen, von den USA geführten Weltordnung an. Ein drohender Untergang dieser Art wird in der Regel mit letztem Bemühen durch Krieg zu verhindern versucht. Das erklärt mir auch den finanziellen Wahnsinn der militärischen Aufrüstung und das dazu menschenfeindliche Bemühen, propagandistisch ein Feindbild der Bedrohung aufzubauen. Für die Schwäche der deutschen Friedensbewegung gibt es sicher mehrere Gründe.
Bestimmt ist eine Nachwirkung der erlebten Ohnmacht gegenüber dem notstandsähnlichen Ausnahmezustand in der Corona-Zeit.
Hinzu kommt die erhebliche Spaltung der Gesellschaft, die eine vernünftige Diskussion und das Finden gemeinsamer Aktionen sehr erschwert.
Bei all dem kommt noch die digitale Zersplitterung der Informationen hinzu.
Zudem fehlt der Friedensbewegung ein organisatorisches Zentrum.
Es ist auch wesentlich einfacher, für Abrüstung zu demonstrieren, wie es von 1979 bis 1983 der Fall war, als gegen eine Aufrüstung zu protestieren, wenn die Ängste gegenüber einer Bedrohungslage durch Propaganda verstärkt werden. Noch entscheidender ist jedoch, dass es derzeit keine politische oder kulturelle Zukunftsvision für die Gesellschaftsentwicklung gibt, die einer Protest- und Friedensbewegung ein Ziel geben würde. Den Erfolg der AfD sehe ich vor allem als Ausdruck des angewachsenen Protests gegen die politischen, sozialen und kulturellen Fehler der bisherigen Regierungen. Eine Zukunftsvision, für die man sich engagieren müsste und könnte, ist damit jedoch noch nicht verbunden.
Barucker: Faktisch findet eine massive Neuverschuldung statt, während Unsummen in die ‚Verteidigung‘ fließen. Daran müssen der Sozialstaat und schlussendlich die Lebensqualität der Menschen, die all das finanzieren, leiden. Wie lange lassen sich die Menschen so eine Politik noch gefallen? Welche psychischen Dynamiken spielen diesbezüglich eine Rolle?
Maaz: Wie schon gesagt, halte ich das für ein Symptom eines kollektiven Wahns, den letzten Versuch, ein untergehendes System zu retten, anstatt auf Erkenntnis, Korrektur der Fehlentwicklungen, Demokratie und Diplomatie zu setzen. Dies allerdings würde einen umfassenden und oft auch schmerzlichen Erkenntnisprozess erfordern, zu dem wir Menschen erfahrungsgemäß – wie in der Medizin – erst wirklich bereit sind, wenn wir in großer Not sind.
In der Medizin wird ein Arzt um Hilfe gebeten, wenn Symptome und Beschwerden heftig werden. Dann wird eher eine schnelle Linderung erhofft, als dass notwendige Erkenntnisse angenommen und Lebensveränderungen akzeptiert werden. Und in der Gesellschaft wächst der Protest bis hin zum Revolutionswillen, wenn die materielle und soziale Sicherheit verloren geht und eine Gesellschaftskrise persönliche Auswirkungen hat. Dieser Protest wird dann aber aus Machtinteressen mit großem Propaganda-Aufwand in Kriegslust verwandelt.
Barucker: Was ist Ihnen bezüglich Krieg und Frieden noch wichtig zu sagen?
Maaz: Für mich gibt es keinen gerechten Krieg, weil Krieg immer von Befehlsgebern angezettelt und geführt wird, um vor allem ihre Macht- und Profitinteressen zu sichern – und das stets auf Kosten millionenfacher unschuldiger Opfer.
Selbst bei einem sogenannten «Verteidigungskrieg», dessen Berechtigung sehr genau geprüft werden müsste, wäre ein Volksentscheid unter Propagandaverbot und bei breiter, realitätsgerechter Information eine zwingende Voraussetzung, um einen Krieg akzeptieren zu können. Als Therapeut weiß ich, dass nur derjenige zum Frieden fähig ist, der mit sich selbst im Reinen ist, und dass sich nur derjenige zum Krieg verführen lässt, der mit der Last eines Gefühlsstaus beladen ist.
Deshalb halte ich es für die wichtigste Aufgabe im menschlichen Leben, ein Leben lang um Selbsterkenntnis zu ringen. Sie kann dabei helfen, Verletzungen zu heilen, Defizite auszugleichen und Gefühlsstau abzutragen, um in Frieden, mit Liebe und wirklich demokratisch leben zu können.
Barucker: Vielen Dank, Herr Maaz, dass Sie sich Zeit für ein Interview genommen haben.
Dr. Hans-Joachim Maaz ist ein erfahrener Psychotherapeut und Psychoanalytiker. Von 1980 bis 2008 war er Chefarzt der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik im Diakoniewerk Halle (Saale). Zudem war er langjähriger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Analytische Psychotherapie und Tiefenpsychologie (DGAPT). Er ist ein deutschlandweit gefragter Vortragsredner und Bestsellerautor.
Weitere Interviews ermöglichen:
Bastian Barucker, GLS Bank, IBAN: DE02 4306 0967 1115 7847 01, BIC: GENODEM1GLS
PayPal: info@bastian-barucker.de (Link)
Betreff: Schenkung



Aus und vorbei
Geburtenrate über zwei,
wenn diese einem Volk gebricht,
mit dem ist es dereinst vorbei,
zu einem Kriege taugt es nicht.
In diesem Volk Massen von Frauen
die Natur nicht gewähren lassen,
lieber auf Ideologen bauen,
die Familie und Heimat hassen.
Um woken Frauen zu gefallen,
tragen Männer 'nen Schwuchteldutt,
weichgespült und woke vor allem
passt ihnen nicht der Eisenhut.
Endet der Krieg schon vor dem Start
Ausfälle vor dem ersten Schuss,
zu dick und krank im Myocard,
die Kämpfer des Pistorius.
Echte Männer, die es noch gibt,
auf die will man nicht zählen,
werden beim Bund gar nicht geliebt,
alternativ könnten die wählen.
Jetzt soll noch mehr der Euro rollen
für Klimaquatsch und Militär,
schöpfen dabei nicht aus dem Vollen,
nur Schulden werden immer mehr.
In diesem Land Zustände reifen,
sind machtlos Amt und Polizei,
wo Mohammeds die Macht ergreifen,
ist deutsche Wehr aus und vorbei.